11BBS: Biblische Auslegungsmethoden im Überblick /Arbeitsschritte der historisch-kritischen Methode

Sicht der Bibel Verständnis des Wortes Gottes/ Umgang damit Namen der Auslegungsmethode(n) / – modell(e)

Z. 9-29

– Exakte Berichte über tatsächliche Ereignisse und Worte, von Gott selbst verfasst

– Unmittelbare Eingebungen durch Gottes Geist („Verbalinspiration“)

– jede Bibelstelle muss wortwörtlich verstanden werden, denn Gottes Wort ist unfehlbar

– Wenn sich Texte zu einem gleichen Thema unterscheiden, werden sie zueinander angepasst

„Fundamentalistische Bibelauslegung“

Z. 30-56

– Die Bibel ist eine Sammlung von uralten (antiken) Schriften, von Menschen verfasst, die an Gott glauben

– Das Wort Gottes zeigt sich in menschlichen Gotteserfahrungen aus unterschiedlichen Zeiten
– die Bibeltexte sind eigenständig von Menschen verfasst worden, stammen aus zunächst mündlicher Weitergabe, wurden später niedergeschrieben, abgeschrieben und übersetzt- Man muss versuchen, mit wissenschaftlichen Methoden möglichst nahe an den ursprünglichen Verfasser (und seine Zeit) und seine Adressaten heranzukommen, auch unter Berücksichtigung der damaligen sozialen Verhältnisse

„Historisch-kritische Bibelauslegung“

 

„Sozialgeschichtliche Bibelauslegung“

 

Z. 56-83

– Die Bibel ist ein literarisches Kunstwerk

– Machart, Stil, Textaufbau und Stellung eines Textes im biblischen Gesamtwerk werden betrachtet. Es geht um die damalige „Sprachwelt“

– Innere psychische Vorgänge der Texte werden untersucht; sie sollen heutigen Lesern zur Gesundung helfen, wenn sie psychisch krank sind

– Linguistische Bibelauslegung

– Tiefenpsychologische Bibelauslegung

– kanonische Bibelauslegung

 

Z.84-122

– Die Bibel ist ein offener Text

(ein „feuriger Diamant“)

– Wenn Menschen sich in dieser Offenheit (und völlig unvoreingenommen) einem Bibeltext zuwenden und ihn deuten, kann er für sie zu Gottes Wort werden. Auch frühere Deutungen zu kennen kann hilfreich sein

– jüdische Bibelauslegung

– wirkungsgeschichtliche Bibelauslegung

– feministische Auslegung

-„Bibliodrama“ (Man versetzt sich in biblische Personen hinein, „spielt sie nach“ und macht so eigene Erfahrungen)

Vom Verstehen biblischer Texte: Die „historisch-kritische Methode“ (S. 32/33)

Methode Fragestellung/ Ziele
Textkritik

–        Was ist der wahrscheinliche Urtext der Bibel?

–        Dieser soll durch den Vergleich von tausenden alten Handschriften (die man im Laufe der Jahrhunderte gefunden und gesammelt hat) möglichst genau wiederhergestellt werden

Literarkritik –        Gibt es in einem Text einen „inneren Bruch“ (z.B. scheinbar unlogische Wortfolgen, Stiländerungen) und welche Gründe hat das? Gibt es den Text auch an anderen Stellen der Bibel?
Formgeschichte

–        Was für eine Textform liegt vor (z.B. ein Brief, ein Gebet, ein Mythos, ein Lied, ein Bericht usw. usw…)

–        Wann und wozu hat mit ihn niedergeschrieben? („Sitz im Leben“)

Traditionsgeschichte –        Welche besondere Bedeutung haben einzelne Begriffe des Textes (z.B. „Stern“ in den Weihnachtsgeschichten) und wie haben sich diese möglicherweise im Laufe der Zeit verändert?
Überlieferungsgeschichte –        Wurde dieser Text aus sich selbst heraus geschrieben – oder basiert er auf einer Erzählung aus vorschriftlicher Zeit, wurde er also zunächst mündlich weitererzählt?
Zeitgeschichte –        Wie sah es damals im Umfeld des Verfassers aus, der diesen Text geschrieben hat? Was war los im Land, politisch, sozial, wirtschaftlich?
Redaktionsgeschichte –        Gibt es frühere (schriftliche) Versionen des Textes? Was hat der Verfasser aus dem Text gemacht (eben wie ein Redakteur?)
Wirkungsgeschichte –        Was hat dieser Text im Laufe der Jahrhunderte mit seinen Lesern gemacht? Welche Wirkung hat er (in der christlichen Welt) entfaltet?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.