BBS-Jg13: Gottesglaube – Atheismus

Kann man Gott beweisen?

Gottesbilder der Bibel

Tafelbilder aus dem Unterricht:

 

Gottesbilder der Bibel-mindmap

Anfragen an den Gottesglauben: Religionskritik

a) Schaue dir die beiden folgenden Bilder an und vergleiche sie. Was hat sich verändert und was soll damit ausgesagt werden?

Bild 1: Bild 2:

b) Lies das folgende Gedicht des Liedermachers Wolf Bierman und fasse mit eigenen Worten zusammen, welche Antwort er auf die Frage gibt, ob Gott real existiert oder nicht!

c.) Wolf Biermanns Gedicht heißt „Religionsunterricht“. In einem Gespräch hat er sich einmal positiv darüber
geäußert, dass es den schulischen Religionsunterricht gibt – trotz dieses Gedichtes. Überlege, woran das liegen könnte!  Tipp: beachte dazu v.a. den letzten Vierzeiler!

d.) Lies im Schulbuch die Seiten 116/117 und beantworte die Fragen dazu! (Infos zu Heine und Feuerbach kannst du selbständig im Web recherchieren. Den Bibeltext Psalm 23 findest du
in einer klassischen Bibel oder im Web unter www.die-bibel.de)

Weitere religionskritische Ansätze

a) Lies den folgenden Text des Religionskritikers Karl Marx und beantworte die Fragen dazu!

Karl Marx-Religionskritik

 

b) Eine Übersicht über die Inhalte der Religionskritik von Ludwig Feuerbach, Karl Marx (und zusätzlich von Sigmund Freud) findest du hier:

Synopse-Religionskritiker

 

Kritik an die Religionskritik: Anfragen und Gegenargumente

a) Eine Auflistung möglicher Anfragen an die Religionskritik von Ludwig Feuerbach kannst du im Schulbuch auf der Seite 118 nachlesen!

b) Anfragen an die Religionskritik von Karl Marx findest du hier:

Kritik an Karl Marx

 

c) Begriffsklärungen zum Thema sind auf der Seite 119 im Schulbuch aufgelistet!

Theodizee: Wie sind die Rede von einem allmächtigen Gott mit der Erfahrung von Leid und Tod zusammenzubringen?

a) Erstelle eine Mindmap zum Stichwort „Atheismus“ (siehe dazu Schulbuch Seite 119)

b) Lies auf Seite 119 die Infos zum sogenannten „Theodizeeproblem“ und finde eine eigene mögliche Antwort!
Anm.: „Theodizee“ meint die Rechtfertigung der Existenz Gottes angesichts des Leides in der Welt

Tafelbild vom 9.11.2020: Erste Antworten zur Theodizee

c) Lies den Text auf Seite 120 und fasse den Argumentationsgang Büchners gegen eine Theodizee Gottes mit eigenen Worten zusammen!

d) Nimm zu Büchners diversen Überlegungen zur Theodizeefrage persönlich Stellung!

e) Schaue dir das folgende Video an und überlege, welche Antwort auf eine Theodizee hier gegeben wird! Formuliere
diese mit eigenen Worten!

 

f) Mögliche theologische Lösungen  zur Theodizee: Lies die beiden Texte auf den Seiten 121 (Kushner) und 122 (Moltmann)
und fasse sie jeweils zusammen!

Hier das Schaubild zu Kushners Ansatz:

Kushner

 

Hier eine Kurzfassung zu den Ansätzen von J. Moltmann und G.W. Leibniz

MOLTMANN

– Gott nimmt das Leiden der Menschen in der Kreuzigung Jesu auf sich

– er ist damit nicht „allmächtig“, weil er dann auch teilnahmslos und leidensunfähig wäre und damit unvollkommen

– ein solcher Gott wäre für uns Menschen nicht zu lieben, sondern höchstens zu fürchten

– gegen einen allmächtigen und damit leidensunfähigen Gott müsste man sich auflehnen

LEIBNIZ

– Gott ist allmächtig UND allgütig

– Die real existierende Welt ist nicht die vollkommenste, aber die Beste aller möglichen

– Die real existierende Welt ist zugleich voll Ordnung und vielfältig, aber auch voller Übel (metaphysisch, moralisch, physisch)

– auch scheinbar Sinnloses dient einem Zweck (Erhaltung des Individuums, Pädagogisierend)

– Das GUTE ist in der Welt viel STÄRKER als das ÜBEL, das oft nur momentan ist

 

Nimm dann Stellung: Was überzeugt dich, was nicht?

g) Lies auf Seite 123 die aufgelisteten Antworten zur Theodizeefrage und beantworte die Aufgaben 1 bis 3!
(Anmerkung: „Monismus“= nur EINE Kraft ist im Spiel, z.B. Gott; „Dualismus“= ZWEI Kräfte sind im Spiel, z.B. Gott und Teufel)

h) Persönliche Reflexionen zur Theodizee
– Folge zunächst unserer geplanten Videokonferenz , um die Aufgaben vom 16.11.2020 zu besprechen!

Dann geht es weiter mit:

Lassen sich der Glaube an Gott mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften* vereinbaren?

(*Erinnere dich: in den Naturwissenschaften ist der „methodische Atheismus“ die Norm!)

a) Lade dir den folgenden Text herunter und bearbeite die Aufgaben dazu!

Gott lügt uns nicht an-ein Interview zu den Schnittstellen von Glaube und Naturwissenschaft

 

Barbara Drossel, Naturwissenschaftlerin

  • NW und Glaube erklären die Welt unterschiedlich: die NW will innerweltliche Vorgänge verstehen und beschreiben,
    der Glaube fragt nach dem Sinn des Lebens, nach Gott und Ewigkeit. BEIDE „Welten“ sind wichtig für unser Leben
  • Ihre „Schnittstellen“ sind Fragen/Antworten, die über die NW hinausgehen, z.B.: „Warum gibt es überhaupt Naturgesetze?“
    – Hier kann der Glaube antworten: „Weil Gott es so wollte“. Er wollte eine Welt, in der wir unsere Verantwortung wahrnehmen können.
    Aber dafür braucht es verlässliche Gesetze, damit wir verlässlich handeln können.
    – Eine weitere Frage wäre: „Warum können wir überhaupt die Naturgesetze verstehen?“ Auch hier lautet die Antwort des Glaubens:
    „Weil Gott wollte, dass wir als sein Ebenbild die Welt verstehen können!“
    – Ebenso wird durch die Erkenntnis der NW deutlich, dass das Universum nicht funktionieren würde, wenn die Naturgesetze nur ein wenig anders wären.
    Auch hier zeigt sich für den Glauben, dass Gottes Wille im Spiel sein muss.
    – Auch die Existenz des menschlichen Bewusstseins kann die NW nicht erklären. Der Glaube sieht hier Gott als Schöpfer unseres Bewusstseins
  • Die kreationistische (wortwörtliche) Bibelauslegung ist abzulehnen, weil die z.B. die Schöpfungsgeschichte kein wissenschaftlicher Bericht ist, sondern
    auf Glaubensaussagen beruht. Gott hat uns aber einen Verstand gegeben, der uns z.B. klare Indizien dafür zeigt, dass die Welt älter ist als die Bibel annimmt,
    dass es ausgestorbene Tiere gibt und alles Leben einen gemeinsamen Ursprung hat (Evolutionslehre).
  • Andererseits kann die NW die Existenz Gottes (mit ihren Methoden) nicht widerlegen. Wenn sie behauptet, dass es Gott nicht gäbe, hat diese Aussage
    nichts mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun, sondern ist eine „weltanschauliche Interpretation“, keine Feststellung einer Tatsache

 

b) Zunächst gehen wir per Videokonferenz den Text „Gott lügt uns nicht an“ durch. Die Zusammenfassung seht ihr direkt über eurer Aufgabe!
c) Schlagt dann im Schulbuch die Seite 124 auf, lest beide Texte, fasst sie zusammen und nehmt Stellung!

Steven Weinberg:

– Naturphänomene sind heute wissenschaftlich erklärbar und in Gesetze gefasst

– Gottes „Handschrift“ ist so gesehen am ehesten in den Naturgesetzen zu erkennen, trotz ihrer Unpersönlichkeit

– Das von den Naurwissenschaften erfass- und beschreibbare Weltbild ist nicht vollkommen, sondern lückenhaft; es bleiben viele offene Fragen

J. Polkinghorne

– Die Naturwissenschaft kann nicht alles erklären, ihr „Netz“ ist zu weitmaschig
– Ziel einer Metaphysik (Religion, Philosophie): eine „Wahrhaftige Theorie von allem“, auch von dem, was N.-W. nicht erklären kann, z.B. Sinnfragen
– Die Idee bzw. die Annahme eines kreativen göttlichen Geistes ist schlüssig und sinnvoll
– Auch die Möglichkeit des menschlichen Geistes zur Verwendung von Wissenschaft zum Erkenntnisgewinn ist so gesehen ein Geschenk Gottes

Fazit: Beide Wissenschaftler bestätigen mit ihren Überlegungen das, was auch Barbara Drossel formuliert hat

 

d) Wenn möglich, wollen wir versuchen, die Ergebnisse in der Konferenz miteinander zu vergleichen!

e) Anschließend schlagt ihr im Schulbuch die Seite 106 auf, lest den Text und beantwortet die Aufgabe dazu!

Christlicher Gottesglaube: zwei Sichtweisen

Im Schulbuch lest ihr bitte die Seiten 126 und 127 und fasst die beiden Texte bitte mit eigenen Worten zusammen!
Hier die Lösung:

SB S. 126 – Kath. Katechismus

 

  • Gott ist ein Geheimnis, kein erkennbarer Gegenstand, daher unbegreifbar
  • Gott ist überall
  • Menschliche Gottesvorstellungen sind fragil, müssen immer wieder überprüft werden
  • Als unbegreifbares Geheimnis kann Gott auch verleugnet werden oder andere Namen bekommen (z.B. „Schicksal“ „Vorsehung“ etc.)
  • Gott ist so gesehen eine Anfrage an uns: wie wollen wir das Geheimnis unseres eigenen Lebens verstehen: sind wir Zufall, eine Laune der Natur, ein Windhauch der Geschichte oder ein Geschenk Gottes, das aus ihm kommt und zu ihm zurückkehrt?
  • Man kann Gott weder beweisen noch wegbeweisen
  • Aber wir sind einfach zum Glauben an dieses unbegreifbare Geheimnis, das größer ist als unsere Vernunft, eingeladen

 

SB S. 127 – Luther: Deus absconditus – Deus revelatus

  • Gottes Spuren lassen sich zwar in der Schöpfung wahrnehmen
    („natürliche Gotteserkenntnis“) , aber:
  • Seine mögliche Existenz macht deswegen noch keine persönliche Beziehung mgl
  • Grund: es geschieht zu viel Rätselhaftes, das an Gottes Güte zweifeln lässt
    (s. Theodizee), s.a. die Kreuzigung Jesu
  • Gott scheint sich zu verbergen (deus absconditus), Glaube ist gefährdet

 

Aber:

  • Gott wird in Jesus Christus Mensch (Weihnachten!) in allen Facetten (Geburt, Leben, Leid, Tod)
  • Als „einer von uns“ kommt Gott uns so nahe, kennt das Leben, ist für uns da, zeigt seine Liebe
  • Gott ist uns in Jesus Christus ein „deus revelatus“, ein offenbarer Gott

Christentum und Buddhismus im Gespräch über den Gottesglauben

a) Schaut euch „zum Aufwärmen“ zunächst das folgende Video an:

b) Schlagt dann im Schulbuch die Seiten 128 / 129 auf, lest die Texte und beantwortet die Aufgaben dazu!

Zusammenfassung der Inhalte aus beiden Texten

  • Nach buddhistischer Auffassung gibt es keinen Gott, zu dem man beten könnte; diese Vorstellung ist eine Illusion. Das Leben (und damit das ganze Universum) ist/sind ein ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen. Deswegen gibt es auch keine „ewig existierende Seele“( die einen Platz bei einem Gott in seinem ewigen Reich finden könnte).
  • „Erlösung“ (aus diesem Leben, das in seinem Grundsatz nichts als Leiden bedeutet) gibt es nur durch die Erkenntnis der „vier edlen Wahrheiten“ und die Befolgung des „achtfachen“ bzw. „achtgliedrigen“ Pfades
  • Durch das Sammeln von guten „Karma“ ist die Reinkarnation in ein neues, evtl. besseres Leben möglich. Das aber ist nicht das wirkliche Ziel der buddhistischen Lehre.
  • Das Ziel ist vielmehr die Erlösung aus diesem ewigen Kreislauf und ein ewiges „Erlöschen“ im sogenannten „Nirwana“, das man wohl einfach als das „Nichts“ bezeichnen könnte
  • Näheres dazu hier: Die vier edlen Wahrheiten -Die Lehre Buddhas inkl. AB
  • Das Christentum kann vom Buddhismus lernen, den eigenen Gottesbegriff so weit in das eigentlich Unsagbare zu verschieben, dass jegliche Gottesprojektionen vermieden werden (s. Feuerbach). Gott ist der/ das „Unaussprechliche“, „Absolute“, „Unbegreifliche“, „Undefinierbare“ oder: „Gott ist nichts von dem, was ist“. Er ist überweltlich, „transzendent“
  • Der große Unterschied zum Buddhismus ist der, dass Gott trotz seiner „Transpersonalität“ für den Glaubenden ein „Du“ darstellt, an das man sich (mit seinen Gedanken und Gefühlen) wenden kann. Das verleiht auch dem „Ich“ seine personale Würde, schenkt dem Menschen als von Gott Angesprochenen seinen Wert und stellt ihn in die Verantwortung für diese Welt. Dem Buddhismus (in seiner Grundform) st der Gedanke eines göttlichen „Du“ fremd, der Buddhist ist hier ganz auf sich allein gestellt. Anders gesagt: für einen Buddhisten „schweigt der Himmel“….(und deswegen gibt es übrigens im Buddhismus auch Spielarten, in denen Götter und Geister durchaus eine Rolle spielen)

 – Ende des Kursthemas (Dezember 2020); Ab Januar 2021 siehe hier