Jg11BBS: Hist.-krit. Auslegung der Bibel vs. fundamentalistische Auslegung

1.) Wörtliches Verständnis der Bibel (Fundamentalistische Auslegung)
2.) Die historisch-kritische Methode und ihre Schritte
  • Die Erzählungen der Bibel sind wortwörtlich zu verstehen („Verbalinspiration“)
  • Alle Bibeltexte sind exakte Berichte über tatsächliche Ereignisse.
  • Bei unterschiedlichen Texten zum gleichen Thema (z.B. über die Erschaffung der Welt oder über die Geburt Jesu) werden sie so ausgelegt, dass sie sinnvoll zueinander passen.
  • Der Verfasser aller Texte ist letztendlich immer Gott selbst. Die Verfasser sind sein Schreibwerkzeug.
  • Aufgabe der Lesenden sind der Glaube an die Texte und das möglichst genaue Befolgen der Anweisungen/Gebote
  • Dieses Verständnis wird auch „fundamentalistische Bibelauslegung“ genannt.
  • Es soll zu einer sicheren Lebensgrundlage dienen, in der Menschen eine eindeutige Lebensorientierung haben.
  • Die Bibel ist eine Sammlung antiker Schriften, die Erfahrungen verschiedener Menschen mit Gott zum Ausdruck bringen (und diese können höchst unterschiedlich sein)
  • Diese Schriften wurden in langem Prozess zunächst mündlich weitergegeben, dann niedergeschrieben, bearbeitet, abgeschrieben, übersetzt usw..
  • Die hist-krit. Auslegung versucht mit wissenschaftlicher Methode an den ursprünglichen Verfasser heranzukommen: wer war er, wo hat er gelebt, wie sah damals seine Umwelt aus, wem hat er zuerst geschrieben, was wollte er damit bezwecken usw.?
  • Um zu verstehen, was diese Texte uns heute noch sagen können, müssen diese Faktoren berücksichtigt werden
  • Die Methode sieht die Texte ebenfalls als Wort Gottes, jedoch ist hier nicht nur Gott selbst der Verfasser, sondern an ihn glaubende Menschen. Sie haben sie eigenständig verfasst
  • Die Texte werden also kritisch hinterfragt.

Die Einzelschritte der historisch-kritischen Methode sind:

  1. Die Textkritik: Zunächst werden alte Handschriften, die es noch gibt, miteinander verglichen, um mögliche Fehler und den ursprünglichen Wortlaut ermitteln zu können.
  2. Die Literarkritik: Durch eine Analyse werden Varianten/Parallelen eines gleichen oder ähnlichen Textes verglichen. Dabei versucht man herauszufinden, welches die ältere Fassung sein könnte. Dabei werden auch vortextliche mündliche Überlieferungen betrachtet, so sie bekannt sind. Ein bekanntes Ergebnis dieser Arbeit ist z.B. die Zwei-Quellen-Theorie in den synoptischen Evangelien.
  3. Redaktionskritik: In diesem Schritt versucht man z.B. zu ergründen, was ein Verfasser aus einem ihm bekannten Text gemacht hat, wie er ihn B. überarbeitet und verändert hat und welche Absicht er damit verfolgte.
  4. Formkritik: Viele Textformen der Textüberlieferung der Bibel sind durch eine gemeinsame, wiederkehrende Struktur gekennzeichnet, die man auch oft in außerbiblischen Texten wiederfindet. Deshalb wird untersucht, ob vorgeprägte literarische Sprach- und Ausdrucksmuster, sogenannte Gattungen, vorliegen. Beispiele für solche Textformen sind Sagen, Legenden, Mythen oder auch die Gleichnisse oder die Wunderschichten Jesu

Weitere Arbeitsschritte ergänzen diese Methode (s. dazu S.32 im Schulbuch)

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