Jg11BBS: Israel zu Zeit Jesu / Folgen des Auftritts Jesu

2) Israel bzw. Palästina war von den Römern besetzt. Die jüdische Bevölkerung litt unter den von den Römern abhängigen jüdischen Herrschern, welche Abgaben und Steuern forderten und die abgesonderte jüdische Bevölkerung (-> Essener, Pharisäer) schikanierten. Dadurch waren die Römer im Volk stark verhasst. Aus religiösen Gründen verachteten die Juden sie, da sie Heiden waren und ihren Kaiser wie einen Gott verehrten. Die Juden sehnten sich nach dem Messias aus dem Stamm Davids, der die Feinde vertreiben und Israel erneut blühen lassen würde. Diese politische Hoffnung führte zu einigen Erneuerungsbewegungen, in diesen traten einzelne Personen vor, die sich als Messias ausgaben oder als solcher angesehen wurden. Die Gruppe der Zeloten wollten die erhoffte Heilszeit sogar mit Gewalt herbeirufen.

3.)  Vor allem wird die Nächstenliebe, die Jesus oft predigte und sehr ausgiebig betonte, deutlich. Auch aber seine Ansicht von Gott, der ein liebevoller, barmherziger Vater ist und nicht jähzornig oder bestrafend ist. Auch, dass er mit Sündern und ausgegrenzten gespeist hat und ihre Sünden vergeben hat. Allgemein wird sehr deutlich, dass er durch die Bereitschaft zu diskutieren, zu kritisieren und zu vergeben, sowie die Texte der Tora stärker auf den Menschen und sein Wohl zu beziehen,  von seiner Lebenseinstellung und seinem Menschen- und Religionsbild sprach, welches seiner Zeit voraus war und auch Ähnlichkeiten mit Ansichten des Aufklärungsgedanken hat.

4.) Die Auferstehung, welche als Hauptwunder des Christentums gilt, brachte eine neue Perspektive auf den Wanderprediger aus Nazareth. Diese Erfahrung der Auferstehung, für die seine Anhänger sogar den Märtyrertod auf sich nahmen, machte aus dem Lehrer und Prediger nun den Sohn Gottes. Ein solches Wunder erzeugte eine große Aufmerksamkeit und bewies den Christen auch, dass dieser Glaube an Jesus und der Glaube an Gott der richtige Weg war. Jesus, der durch seine religiöse Überzeugung den menschlichen Tod überwunden hat, bewies die Kraft seiner Botschaft. Die durch dem Tod Jesu trauernden Menschen, welche durch seinen Tod all ihre Hoffnungen verloren, bekamen durch diese Auferstehung und einen enormen Schub an neuer Hoffnung für die Botschaft Jesu, sodass sie hinausgingen und von Jesus, als dem Sohn Gottes erzählten. Für sie war aus dem am Kreuz gestorbenen menschlichen Prediger der Messias geworden, der (im AT) angekündigte Retter, welcher die Überwindung des Todes auf die Erde bringt. Aus dem Glauben, der von Jesus, dem Wanderprediger vertreten wurde („glauben WIE Jesus“, historischer Jesus) , entwickelte sich der Glaube AN Jesus, den Messias (kerygmatischer Christus).

5.) Es kam zum vermehrten Tod der Augenzeugen Christi, welche seine Wundertaten und Geschichten bisher mündlich wiedergaben. So kam es schließlich dazu, dass vermehrt angefangen wurde, Jesu Wundertaten, seine Predigten und seine irdische Geschichte niederzuschreiben, um den Glauben zu erhalten. Diese Schriften (-> Evangelien) sind nicht allerdings als rein objektive Tatsachenberichte anzusehen, sondern trugen von Anfang an die Absicht in sich, für Jesus, seine Gottesnäher, seine Botschaft und sein todesüberwindendes Schicksal zu werben.

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