Jg11BBS: wie ist das mit dem Reich Gottes?

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1.1. Das Königreich Gottes ist herbeigekommen (Schulbuch S. 140)

  1. a) Unterschiede Johannes / Jesus

Joh.: Umkehr, bevor das Gericht Gottes kommt (Angst der Menschen) – Drohb.

Je.: Vertrauen auf Gott, damit die neue Welt Gottes kommen kann (Vertrauen) – Frohb.

  1. b) Die ersten Jünger erkannten die Besonderheit/ Wahrheit der Botschaft Jesu. Sie fanden in ihm „das Leben“ in Fülle
  2. c) Das Reich Gottes wächst aus unscheinbaren Anfängen (ist eine verborgene Realität); am Ende eine weltweite Größe; alle, die wollen, haben daran Anteil; Motiv des Friedens

 

1.2. Was meint Jesu Botschaft….

Stichworte aus den Videos:

V.a. der Begriff der „Eschatologie“:

  • Gemeint ist die „Lehre von den letzten Dingen“, d.h. vom „Ende der Zeit“
  • Es dürfte in der Botschaft Jesu eher eine „Wende der Zeit“ gemeint sein, d.h.  eine Vollendung der Schöpfung
  • Unterschieden werden muss zwischen präsentischer Eschatologie (Beginn des R.G. im Hier und Jetzt mit und
    durch Jesus, z.B. durch Zeichenhandlungen („eschatologische Ermutigung“ ) und der
  • futurischen Eschatologie: das R.G. kommt erst noch, es kommt uns aus der Zukunft entgegen („eschatologischer Vorbehalt“)
  • Ein prägnantes Symbol f.d. R.G. ist das Festmahl
  • Im zweiten Video geht Pfr. Olding v.a. auf die präsentische Dimension des R.-G. ein und ruft zum Vertrauen auf die R.G.-Botschaft,
    weil die Menschen „an sich selber scheitern werden“, wenn sie allein auf ihre eigene Macht vertrauen

 

Inhalt des Textes (SB S. 141)

– „(König-)Reich Gottes / Reich der Himmel sind Antwort Jesu auf die Frage „Wo ist Gott?“
– R.G. kommt den Menschen NAHE (meint die Gegenwart Gottes in dieser Welt)
– von Jesus v.a. in den Gleichnissen verkündigt
– Folge: Gottesnähe zu den Menschen schafft gelingendes Leben (Unrecht benennen, Vergebung von Schuld, Unscheinbares wird wertvoll, Kleines Groß, Unheil zu Heil)

—> Gott ist also dort, wo Menschen sich auf die Botschaft Jesu einlassen, ihr vertrauen und in seine Nachfolge eintreten. Hier wirkt Gott mit und in ihnen

—> Doppelstruktur der Verkündigung vom R.-G.: es ist Gegenwart (s. Heilungen) und Zukunft (s. Seligpreisungen) zugleich, schon da und doch noch verborgen und damit Gegenstand einer Erwartung
(Es wird kommen (s. das Vater unser: „dein Reich komme“)). Im „Prozess der Geschichte“ bewegen sich die Menschen auf das Reich Gottes zu und aus der Zukunft kommt es uns entgegen (Adventus= „Ankunft“), bis es irgendwann vollendet ist

– R.-G. trägt inhaltlich „dörfliche Züge“ (Gemeinschaft (z.B. mit Verachteten essen) und Versöhnung schaffen neues Leben)

—>  R.-G. meint nicht einfach ein idyllisches „Paradies“; es wird sich (wenn auch langsam) mit Macht durchsetzen; auch ernsthafte Gerichtsvorstellungen gehören dazu, jedoch nicht als Drohbotschaft, sondern als Frohbotschaft; die Menschen werden nach dem „Ausmaß ihres Erbarmens“ gefragt. (Apokalyptische Vorstellungen vom Weltende mit Kampf, Zerstörung und Tod treten dabei eher in den Hintergrund)

—> Das Lied nimmt v.a. den ersten Teil der Doppelstruktur auf: das R.-G. wird schon jetzt real, wenn Menschen der Botschaft Jesu folgen, vor allem im Hinblick auf gelingendes Zusammenleben.
Der Begriff „Reich Gottes“ wird hier im Refrain mit der Metapher „da berühren sich Himmel und Erde“ beschrieben. Im Sinne der Botschaft Jesu (s. Lk. 11,20) ist das eine schöne und passende Beschreibung, wenngleich hier weniger Jesus selbst im Fokus steht, sondern das Handeln der Menschen (in seiner Nachfolge)