JG11BBSaM: Entlastende Argumente für ein angemessenes Verständnis von neutestamentlichen Wundergeschichten

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  • Zur Zeit Jesu gab es noch kein Wissen um universell geltende Naturgesetze
  • Wunder galten einfach als ein (aus damaliger Sicht) mögliches Durchbrechen der Normalität
  • Wundergeschichten waren in der Antike als Erzählmittel weit verbreitet und üblich
  • In der christlichen Urgemeinde (1. Jahrhundert) waren sie ein Mittel, um die besondere Bedeutung Jesu als Sohn Gottes herauszustellen und für den Glauben an ihn zu werben (-> Missionierung)
  • Im Unterschied zu anderen antiken Wundergeschichten geht es in den Erzählungern Jesu niemals darum, dass seine „Zauberfähigkeit“ im Mittelpunkt stehen sollte.  Seine Wunder sollten als „Zeichen“, als „Machttat im Namen Gottes“, nicht aber als „Trick“ oder ähnlichem verstanden werden. Mit anderen Worten: Sie sind kein Selbstzweck, sondern weisen auf das Eigentliche hin.
  • Das „Eigentliche“ ist immer die Reich-Gottes-Botschaft Jesu. Seine Wunder sind vorweggenommene Hinweise darauf, wie sich die Christen das Reich Gottes vorstellen dürfen.

Folgerungen/ Fazit:

  • Es ist durchaus möglich, dass Jesus durch die Ausstrahlungskraft seiner Persönlichkeit und entsprechenden zeichenhaften Handlungen Menschen geholfen hat, als Erkrankte wieder gesund zu werden
  • Es ist aus heutiger Sicht vollkommen legitim und in keinster Weise unchristlich, die Wundergeschichten symbolisch auszulegen  – aber natürlich muss es ebenfalls möglich sein, die Wunder wörtlich zu verstehen, wie es in freikirchlichen Gemeinden selbstverständlich ist. Aber wie gesagt: auch theologische und zugleich konstruktive Kritik muss erlaubt sein. Sie ist kein Zeichen von Unglauben
  • Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Gesetze umspannen nicht die ganze Wirklichkeit – das muss nach wie vor beachtet werden: „Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als eure Schulweisheit sich träumen lässt“ (W. Shakespare). Für einen Christen ist Gott kein statisch-unbeteiligtes Irgendwie-Objekt, das nichts mit der Welt zu tun hätte, sondern ein (stiller) Begleiter im eigenen Leben
  • Beachtet werden muss auch, dass es einen Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Wunder-Wahrnehmung gibt. Beides ist zu respektieren. Ob „Wunder“ oder „Zufall“ – das muss jeder
    letztendlich für sich selbst entscheiden. Einem anderen Menschen eine persönlich-subjektive Wundererfahrung wegreden zu wollen ist nicht fair…