Jg13BBS: Antwortmöglichkeiten Line

Sechs Antwortmöglichkeiten für den Fall Line:

1.) Du solltest eine Abtreibung machen lassen. Wenn du jetzt das Kind zur Welt bringst, nützt das niemandem. Mit einem Kind könntest du dein Studium nicht zu Ende führen. Eine gut ausgebildete und verantwortlich urteilende Richterin kann vielen Menschen eine große Hilfe sein. Das darfst du nicht aufs Spiel set­zen. Außerdem solltest du auch an die Beziehung zu deinem Freund denken.

 

2.) Das Recht auf Leben ist unverletzlich. Es gilt bedingungslos. Wer selbst leben will (wir alle also!), darf das Recht auf Leben anderer nicht verletzen.

 

3.) Ich gebe ihr keinen Rat. Um Line wirklich einen Rat geben zu können, müsste man weit mehr von den Umständen wissen. Wie geht Line selbst mit der Situation um? Was würde die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung für sie langfristig bedeuten? Was richtet sie damit an – bei sich selber, bei ihrem Freund, bei ihren Eltern? Wie würde das Leben für sie aussehen, wenn sie zugleich ein Kind haben und doch weiter studieren wollte? – Das sind nur einige der Fragen, die beantwortet sein müssten, wenn ich Line einen verantwort­lichen Rat geben sollte.

 

4.) Ich kann nicht verstehen, warum du zögerst. Mit einem Kind hättest du nichts mehr vom Leben. Du bist erst 21 Jahre alt. Zumindest einige Jahre lang solltest du dein Leben noch ungehindert genießen dürfen. Ich stimme deinem Freund zu: Junge Menschen haben ein Recht, etwas vom Leben zu haben! Eine menschenfeindliche Moral oder Gesetz­gebung kann dies nicht aus der Welt schaffen.

 

5.) Menschen sind Gottes Geschöpfe. Das Leben kann sich niemand selber geben. Gottes Lie­be gilt allem Leben, auch dem noch nicht ge­borenen Leben. Mit einer Abtreibung würdest du dich selbst von der Liebe Gottes ausschlie­ßen und dich zur Herrin über Leben und Tod machen.

 

6.) Die Entscheidung muss letztlich davon ab­hängig gemacht werden, was eine Abtreibung für dich selber bedeutet. Wenn sie ein Verstoß gegen dein eigenes Gewissen ist, könnte dies dazu führen, dass du fortan als moralisch ge­brochene Person vor dir selber keinen Be­stand mehr hast. Du könntest dir selbst nicht mehr vertrauen. Aber das muss nicht so sein. Vielleicht kannst du ganz gut mit einer Aus­nahme leben. Auch Richterinnen oder Rich­ter haben nicht immer eine weiße Weste unter ihrer Robe.

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